Sieben Jahrzehnte Schulzeit – wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Mit einem reichhaltigen Bühnenprogramm startete am Freitag die Paul-Gerhardt-Grundschule die Feierlichkeiten zu ihrem 70. Geburtstag.

Wie spielten Kinder früher, wie war Schule früher? Das hatten die Kinder an drei Projekttagen erkundet. Da entstanden Dosentelefone, man spielte „Räuber und Gendarm“, Kinder schrieben mit Tinte und Gänsefeder, es wurde gewebt, berichteten die Lehrer Thorsten Küster und Meike Sommer.

Aus einfachen Materialien – Zinn, Wolle, Blechdosen – entstanden etwa Dosenstelzen und Dosenpferde, sowie reihenweise Steckenpferde. Zu sehen war bei der Präsentation der Ergebnisse der Projekttage im Schulfoyer und in den Seitengängen auch ein Spinnrad und eine Dokumentation des Besuchs in der kleinen Schule des Mühlenhofs in Münster.

In der Feierstunde zum Schuljubiläum sang ein Chor aus Schülern und Eltern das Paul-Gerhardt-Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud´“. Die Schüler ließen noch ein weiteres Lied erklingen. Dann zeigten je zwei Schüler witzige Sketche – ein schöner, lebendiger Rahmen für die Festreden. Die Redebeiträge waren geprägt vom Dank an Schüler, Eltern, Lehrer und andere Mitarbeiter. Am häufigsten angesprochen fand sich Thomas Pahl, Stadtrat im Dezernat für Bildung, Jugend und Familie. Es gebe da noch Wünsche, wurde oft angedeutet. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt sprach vom Bedarf an Farbe und Renovierungen. Da werde etwas geschehen, kündigt er an. Das würden die jetzigen Viertklässler nicht mehr erleben, „aber hoffentlich die Schüler der ersten Klassen“.

Schuldirektorin Astrid Bühl begrüßte auch ehemalige Kollegen und Lesepaten zur Feierstunde. Sie und Christa Obens, Verantwortliche für die Schulaufsicht für Grundschulen und Förderschulen im Schulaufsichtsbezirk II, erinnerten an die bescheidenen Anfänge der Schule: 90 Schüler in einem kleinen Raum, Unterricht in Schichten, keine Schulbücher, kaum Papier – so ging es nach dem 7. Mai 1946 los. „Die Eltern meiner Generation kannten noch den rohrstockschwingenden Pädagogen“, sagte Obens.

Aus dem Provisorium wurde ein kleines Schulzentrum: „um das mancher in Münster uns beneidet“, so Schmidt. Der Feierstunde in der Aula folgte ein Sektempfang im Foyer und ab 16 Uhr das Schulfest.

Von Andreas Hasenkamp / Westfälische Nachrichten vom 20.05.2016 / Foto: anh